Wo befindet sich die nächste Kindertagesstätte? Wo bekommen wir Hilfe bei der Lehrstellensuche unserer Tochter? Wer bietet Sprachkurse an? Das sind Fragen, die sich vor allem für Neuankömmlinge an einem Wohnort stellen. Als eines der wichtigsten modernen Informationsmittel sollte die Website einer Gemeinde auf diese Fragen erste Antworten liefern.
Doch die Realität auf den Schweizer Gemeindewebsites sieht oft anders aus. Zwar werden die eingangs als Beispiele gestellten Fragen beantwortet, jedoch meist in einer komplizierten Beamtensprache. Viele Gemeindewebsites sind wenig benutzerfreundlich aufgebaut und bilden vorzugsweise die Struktur der Verwaltung ab. Wenige sind von der Problematik der praktischen Alltagsbewältigung her durchdacht. Das erschwert die Informationsentnahme und baut unnötige Integrationshürden auf - speziell für Migrantinnen und Migranten.
Doch nutzen Migranten überhaupt das Internet? Ja, denn das Internet wird häufig als Bindeglied in die alte Heimat gebraucht. In manchen Communities gibt es Schlüsselpersonen, die um Informationen aus dem Internet angegangen werden. Oft sind es Kinder und Jugendliche, die ihren Eltern Informationen aus dem Internet besorgen. Diese Form der indirekten Internetnutzung von Migranten ist auch denkbar in einer Beratungssituation, in der beispielsweise eine Lehrerin oder ein Sozialarbeiter spezifische Informationen aus dem Internet heraussucht und diese den ratsuchenden Migranten auf Papier zur Verfügung stellt.
Migranten sollten dieses Medium noch viel intensiver und breiter zur Kommunikation mit der neuen Lebenswelt nutzen und als ein Mittel zur Integration brauchen. Dieses Ziel verfolgt das Projekt «conTAKT-net.ch». Wir bauen dabei auf die Zusammenarbeit von engagierten Migranten und Einheimischen und schliesslich auch darauf, dass die Behörden mitziehen. Gemeinsam soll so schweizweit eine Informationskultur auf den Gemeindewebsites entstehen, die letztlich allen Menschen in ihren Alltagfragen weiterhilft.